Software AG – Stiftung verdoppelt jeden Spenden-Euro

Schüler der Christophorus-Schule und Schulleiter Horst Wagner

Unterstützung – Stiftung gibt bis zu 50?000 Euro – »Nicht kurzfristige Ideen, sondern langfristige Projekte fördern«.

DARMSTADT. Nur etwa drei Kilometer Luftlinie von der Christophorus-Schule entfernt hat die »Software AG – Stiftung« in den Obstwiesen oberhalb von Darmstadt-Eberstadt ihren Sitz. Die Stiftung unterstützt seit Jahren  Projekte in Europa und Brasilien und hat sich kurzfristig entschieden, »ECHO hilft« und den Aufbauzweig zu fördern. »Wir verdoppeln jeden Spenden-Euro bis 50?000 Euro«, sagt Walter Hiller, Direktor für Kommunikation und internationale Beziehungen.

Nicht nur örtlich liegt eine Unterstützung des Aufbauzweigs nahe. Der Gründer der Software AG – Stiftung, Peter Schnell, ist selbst Anthroposoph, erläutert Hiller. Viele andere Projekte – jährlich werden 250 bis 300 unterstützt – lehren wie  die  Christophorus-Schule nach der Waldorf-Pädagogik.

Augenmerk auf den Stärken der Schüler

Der Vorteil der Waldorf-Pädagogik sei, dass nicht auf die Schwächen, sondern die Stärken der Schüler das Augenmerk gelegt werde. Den Fokus auf die Defizite zu richten, Schüler täglich mit dem zu konfrontieren, was sie nicht können, das sei »als würde immer wieder ein Stück des Flügels abgeschnitten«. Anders in der Christophorus-Schule, die von der Software AG – Stiftung bereits bei anderen Projekten unterstützt wurde.

Doch man unterstütze nicht nur Waldorf-Projekte, sei offen auch für andere Lehrtheorien, betont Hiller. Die Förderkriterien sind übergreifend. »Wir stellen uns die  Frage: Wer hat etwas Neues vor und suchen nach Antragstellern, die selbst etwas bewegen wollen.« Denn die Nachhaltigkeit sei entscheidend. Hiller sagt, es gehe nicht darum, kurzfristige Ideen zu finanzieren, sondern langfristige Projekte anzustoßen, denen es nicht an Eigeninitiative der Engagierten mangele.

Die sei beim Aufbauzweig der Christophorus-Schule vorhanden, etwa bei den Lehrern. Vor allem honoriert die Software AG – Stiftung nach Hillers Angaben aber das Modell des Aufbauzweigs. Das öffentliche Schulwesen sei seit einiger Zeit nicht in der Lage, Kinder mit durchschnittlichen Leistungen zum Abschluss zu führen.

Eine Brücke zum öffentlichen Schulsystem

Hiller teilt die Ansicht von Schulleiter Horst Wagner, dass für diese Jugendlichen keine ausreichenden Hilfsstrukturen vorhanden sind. Aussortieren sei  stärker verbreitet als integrieren. »Der Impuls dort ist ein wichtiger Schritt, sich dieser Gegebenheit zu stellen.« Der Aufbauzweig baue eine Brücke über die Kluft zum öffentlichen Schulsystem.

Die Fülle von Aktivitäten und Anforderungen dort lasse die Kinder mehr Zuversicht und Selbstvertrauen entwickeln. »Das ist die Grundlage für alles«, sagt Hiller. Der handwerkliche Aspekt ist in den Augen des ehemaligen Lehrers Walter Hiller besonders sinnvoll. »Der gezielte Einsatz von Kraft ist bildend«, sagt er. Wenn ein Jugendlicher zu viel Kraft einsetze und etwa beim Schnitzen einer Holzschale zu kräftig den Boden bearbeite, so dass der durchbreche, könne die Erkenntnis lehrreich sein: »Dann mache ich eben einen Bilderrahmen draus.« Erfolgreich, im besten Fall sogar mit Spaß lernen, das beeinflusse nachhaltig. So könne das heute häufig beschworene lebenslange Lernen tatsächlich verankert werden. »Wenn lernen der Zugewinn von Fähigkeiten in einem solch positiven  Klima ist, dann bleibt man demgegenüber immer offen.«                        

pelo (»Darmstädter Echo«)