Was kostet ein Schüler in der Freien und Hansestadt Hamburg?

Die Software AG – Stiftung hat das Steinbeis-Transferzentrum für Wirtschafts- und Sozialmanagement in Heidenheim beauftragt, die tatsächlichen Kosten eines Schülers in der Freien und Hansestadt Hamburg zu ermitteln. Hintergrund hierfür ist, dass die Gültigkeit der von der Stadt zugrunde gelegten  Zahlen einer kritischen Prüfung unterzogen werden sollten. 

Gemäß dem Hamburgischen Gesetz für Schulen in freier Trägerschaft erhalten freie Schulen vom Land eine Finanzhilfe, welche sich an den Kosten eines Schülers an einer öffentlichen Schule orientiert. Derzeit werden den freien Schulen 80% der Kosten eines Schülers an einer öffentlichen Schule gewährt, bis 2011 soll der Anteil auf 85% steigen; im untersuchten Jahr 2007 waren es 75 %. Aus dem vorliegenden Schülerkostengutachten geht jedoch hervor, dass Schulen in freier Trägerschaft z. T. erheblich unterfinanziert sind, was verfassungsrechtlich bedenklich erscheint. 

Beispiel: Die Freie und Hansestadt Hamburg geht davon aus, dass ein Grundschüler p. a. € 5.667 kostet (Stand 2007). Nach Steinbeis liegen die Kosten eines vergleichbaren Schülers an einer staatlichen Schule jedoch bei € 7.201, so dass die Freien Schulen 2007 de facto lediglich 59% der tatsächlichen Kosten als Finanzhilfe erhalten haben. Für einen Hauptschüler wurden von der Stadt in 2007 bis zu € 5.033,25 p. a. Finanzhilfe gezahlt,  gemessen an den festgestellten tatsächlichen Kosten eines Hauptschülers an einer öffentlichen Schule entspricht dies lediglich 55%. 

Das Anliegen der Software AG-Stiftung bei der Initiierung dieser Gutachten, die im Auftrag der Stiftung neben Hamburg auch in 13 anderen Bundesländern durchgeführt wurden, ist es, Transparenz in der Kostenstruktur im deutschen Bildungswesen herzustellen, damit Schulen in Freier Trägerschaft ihre finanzielle Situation mit den politisch Verantwortlichen zukünftig auf der Basis objektiver und nachvollziehbarer Daten verhandeln können.