Die Natur als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen langfristig erhalten.

   

Projekt Humussphäre: Pferd statt Traktor

Das Projekt Humussphäre befasst sich mit humusaufbauenden und energiesparenden Methoden in der Landwirtschaft. Durchgeführt wird es seit März 2005 auf dem biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieb Hof Hollergraben in Ostholstein. Klaus Strüber, Leiter des Betriebes und Initiator des Projekts, arbeitet gemeinsam mit einem Team von Fachleuten daran. Beauftragt wurden sie mit diesem Forschungsversuch von der Bremer Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik e. V. 

In dem auf zehn Jahre angelegten Projekt untersucht man verschiedene Methoden zur Steigerung der Humusqualität landwirtschaftlicher Böden, vor allem die Einsatzmöglichkeiten von Arbeitspferden in der landwirtschaftlichen Arbeit. Im Zentrum steht dabei die Hypothese, dass sich durch eine Verbesserung des Bodengefüges mit Hilfe biologisch-dynamischer Präparate in Kombination mit Pferdearbeit der Zugkraft- und damit der Energiebedarf, der zur Bodenbearbeitung nötig ist, senkt. Das hieße, dass Pferdearbeit mit geringerem Aufwand eingesetzt werden kann.

Die ersten Ergebnisse aus den Jahren 2005 bis 2008 legen nahe, dass sich diese Hypothese bewahrheitet. Denn es wurde eine wesentliche geringere Bodenverdichtung bei der von Pferden bearbeiteten landwirtschaftlichen Fläche festgestellt. Auf dem Hof werden nach drei Jahren Projektdauer 50 Prozent der Flächen mit Pferdeeinsatz bewirtschaftet. So konnten durch Reduktion der Traktorarbeit bereits signifikante Mengen an Dieselkraftstoff und damit an CO 2-Ausstoß eingespart werden.

Das Projekt Humussphäre betreibt also Grundlagenforschung zum Einsatz von Arbeitspferden in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Praxisnah und wissenschaftlich begleitet, werden Ökobauern so realisierbare und umweltfreundliche Alternativen zum Gebrauch von Traktoren aufgezeigt. Auch für Bauern in Osteuropa, Asien und Afrika, wo der Einsatz von Tieren vielerorts ohnehin noch dominiert, könnten wertvolle, für die jeweilige Region angepasste Empfehlungen entwickelt werden. Gerade auch die Öffentlichkeitsarbeit ist demnach zentraler Baustein innerhalb des Projektes.

Die Software AG – Stiftung hat das Forschungsvorhaben von Anfang an unterstützt und konnte sich dabei von den Fortschritten und Ergebnissen immer durch die selbstkritische und detaillierte Dokumentation überzeugen.