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Biologischer Landbau - ist Bioanbau ohne Pflug möglich?

Pflügen wird durch schonende, die Erde nicht wendende Verfahren ersetzt

Das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) wurde vor
37 Jahren in Oberwil in der Schweiz gegründet und widmet sich sämtlichen Forschungsfragen, die den biologischen Landbau betreffen. Weltweit ist das FiBL, das heute in Frick (Kanton Aargau) angesiedelt ist, die größte Forschungseinrichtung dieser Art und genießt eine hohe Reputation.

Mit dem seit 1978 durchgeführten DOK-Langzeitversuch, der biologisch-dynamische (D), organische (O) und konventionelle (K) Anbauverfahren und ihre Auswirkungen auf Böden und Biodiversität miteinander vergleicht, erreichte das FiBL für den Biolandbau internationale Akzeptanz in Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die Resultate aus dem langjährigen Versuch zeigen, dass biologische Anbauverfahren effizient und ressourcenschonend sind: Bei 34 bis 53 Prozent weniger Energieaufwand lagen die Erträge im Vergleich zum konventionellen Anbau im Durchschnitt nur um etwa 20 Prozent niedriger. Gleichzeitig fördert der biologische Landbau das Bodenleben und erhöht die Artenvielfalt der Begleitflora und die Fauna. Das macht das Bioökosystem robuster gegen Störungen und Stress.

Der Forschungsfrage, ob im Bioanbau auch auf den Pflug, der viel Energie benötigt und Humus abbaut, verzichtet werden kann, geht das Institut in Frick seit Herbst 2002 nach. In dem zunächst auf zehn Jahre angelegten Feldversuch wurde das aufwändige Pflügen durch schonende, die Erde nicht wendende Verfahren ersetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass diese reduziert bearbeiteten Böden nach kurzer Zeit belebter waren und einen über 17 Prozent höheren Humusgehalt aufwiesen. Durch die schonendere Bodenbearbeitung konnte auch bei der mikrobiellen Biomasse ein Plus von 37 Prozent verzeichnet werden. Das zeigt auch, dass sich Symbiosepilze, die die Nährstoffaufnahme der Pflanzen verbessern, wohler fühlten. Die reduzierte Bodenbearbeitung im Vergleich zum Pflug führte zu einem deutlich höheren Ertrag: im Durchschnitt von neun Jahren immerhin ein Plus von elf Prozent. Das Projekt wird weiter gefördert, weitere Langzeitversuche zu diesem Thema werden an unterschiedlichen geografischen Standorten in der Schweiz und zusätzlich in Polen durchgeführt.

Die wissenschaftliche Ausführung der Versuche, die enge Anbindung an die Praxis und die Kommunikation der Ergebnisse sind beim FiBL vorbildlich. Damit erhält die gesamte ökologische und biologisch-dynamische Landwirtschaft hilfreiche Impulse.

Da der Software AG – Stiftung die Erhaltung und Verbesserung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen ein zentrales Anliegen ist, unterstützt sie diese auf Nachhaltigkeit angelegten Feldversuche über einen langen Zeitraum.